Ressorts
Finanzen, Präsidium und Verwaltung

Roger Martin, Die Mitte
Stadtpräsident
seit 1. Juni 2019 im Amt
FINANZEN
Die Rechnung der Politischen Gemeinde Romanshorn für das Jahr 2024 weist ein positives Gesamtergebnis von 344’711.13 Franken aus, gegenüber dem budgetierten Überschuss von 282’288 Franken. Dieses Ergebnis ist auf verschiedene Mehreinnahmen, Einsparungen und geringere Kosten zurückzuführen, welche die stark gestiegenen Gesundheits- und IPV-Kosten ausgleichen konnten.
Die schlanke Verwaltungsführung hat ebenfalls zu diesem positiven Resultat beigetragen. Das betriebliche Ergebnis beträgt 420’161’76 Franken. Dieses konnte durch das Finanzergebnis von 768’005.03 Franken und einem ausserordentlichen Aufwand von 3’132.14 Franken ausgeglichen werden und hat ein Gesamtergebnis von 344’711.13 Franken ergeben. Dabei erhöht sich das Eigenkapital auf 15’219’332.72 Franken (Ende 2023: 14’874’621.59 Franken).
Die Gesamtkosten für Prämienverbilligungen beliefen sich auf 2’184’251.57 Franken und lagen damit 851’851.57 Franken über dem Budget. Die individuellen Prämienverbilligungen (IPV) stiegen gegenüber Budget um 333’486.60 Franken und gegenüber dem Vorjahr um 147’422.80 Franken. Das Case Management (Aufhebungen der Leistungsaufschübe der Krankenkassen) fiel 168’364.97 Franken schlechter aus. Zudem strich der Kanton kurzfristig den Beitrag für Sonderlasten im Zusammenhang mit überdurchschnittlich hohen IPV-Aufwendungen, budgetiert mit 350’000 Franken, was das Defizit bei den Gesamtkosten der Prämienverbilligungen weiter erhöhte.
Im Bereich der Sozialen Dienste, insbesondere bei der wirtschaftlichen Hilfe, zeigte sich 2024 eine positive Entwicklung. Die Gesamtkosten für die wirtschaftliche Hilfe reduzierten sich im Vergleich zum Budget um 591’131.99 Franken. Auch das Asylwesen leistete mit einem Überschuss von 659’295.20 Franken einen wesentlichen Beitrag zum ausgeglichenen Jahresergebnis.

Allgemeine Verwaltung
Die Stadt verzeichnete für das Jahr 2024 einen Personalaufwand von 9’665’158.22 Franken, was 159’708.22 Franken über dem Budget lag. Trotz zusätzlicher Ausgaben von 275’647.50 Franken für die temporäre Anstellung von Arbeitskräften in gesetzlich vorgeschriebenen Bereichen wie Berufsbeistandschaften (65’744.40 Franken), wirtschaftliche Hilfe (156’442.15 Franken) und Alimentenbewirtschaftung (53’460.95 Franken) konnte ein Grossteil dieser Mehrkosten innerhalb der Verwaltung ausgeglichen werden.
Gesetzliche wirtschaftliche Hilfe, Asylwesen und Integration
Die Gesamtkosten für die gesetzliche wirtschaftliche Hilfe lagen im Rechnungsjahr 2024 insgesamt um 591’131.99 Franken unter dem Budget. Dabei betrugen die Sozialhilfekosten (ohne Verwaltungskosten) 304’415.56 Franken weniger als das Budget von 1’614’000 Franken. Dies, nachdem im 2023 noch ein starker Kostenzuwachs in der Sozialhilfe zu verzeichnen war. Ebenso fielen gegenüber dem Budget um 47’940.15 Franken geringere Beschäftigungsprogramm Kosten sowie höhere Entschädigungen für den Lastenausgleich der Sozialkosten für Vorjahre von 356’176 Franken an. Hingegen fielen Personal- und Sachkosten um 117’400.02 Franken höher aus als budgetiert.
Das Asylwesen zusammen mit der Integration weist einen Ertragsüberschuss von 659’295.20 Franken aus, während budgetiert ein Aufwandüberschuss von 243’800 Franken war. Dabei stammen 353’590.75 Franken Überschuss aus dem Asylwesen Schutzstatus S. Im Jahr 2023 wurde ein Überschuss von 463’915.36 Franken im Asylwesen Schutzstatus S einer Spezialfinanzierung zugeführt. Mit diesem Betrag ist die Spezialfinanzierung ausreichend ausgestattet, um bis nach Kriegsende in der Ukraine sämtliche zukünftig anfallenden Kosten im Zusammenhang mit eingegangenen Verpflichtungen, wie Mietverträgen bis zum Kündigungsende, zu decken. Daher hat der Stadtrat beschlossen, den Überschuss von 353’590.75 Franken aus dem Jahr 2024 dem ordentlichen Ergebnis zuzuführen.
Jugendschutz
Im Jahr 2023 fielen lediglich 8’990 Franken für die Platzierung von Jugendlichen in Einrichtungen (Heimen etc.) an. Im Jahr 2024 stiegen die Nettokosten jedoch auf 121’500.64 Franken. Zusätzlich wurde die Stadt Romanshorn im Februar 2025 vom Bundesgericht aufgefordert, die Kosten für eine Platzierung zu übernehmen, welche bereits im 2018 begonnen hatte. Der genaue Betrag ist noch nicht bekannt, jedoch wurden 230’000 Franken in der Rechnung 2024 berücksichtigt. Entsprechend betragen die Gesamtkosten Jugendschutz im Jahr 2024 nun 351’500.64 Franken, bei einem Budget von 9’000 Franken. In der Rechnung 2023 belief sich der Aufwand auf 8’990 Franken und im 2022 auf 73’967 Franken.
Gesundheit
Die Gesundheitskosten sind seit 2023 deutlich angestiegen. Bereits zwischen 2022 und 2023 erhöhten sich die Ausgaben um 381’932.50 Franken. Im Folgejahr (2023 auf 2024) erhöhten sich die Kosten um weitere 371’704.25 Franken auf insgesamt 2’659’300.14 Franken. Dies führt zu Mehrkosten von 489’570.15 Franken gegenüber dem Budget.
Besonders stark zeigt sich der Anstieg bei den Langzeitpflege-Beiträgen, die um 137’198 Franken über dem Budget liegen. Noch drastischer fällt der Zuwachs bei der ambulanten Krankenpflege (Spitex) aus, wo die Ausgaben um 355’966.14 Franken stiegen. Diese Entwicklung lässt sich vor allem auf die verstärkte Inanspruchnahme der Spitex-Dienste zurückführen. Darüber hinaus tragen neue gesetzliche Regelungen zur Entschädigung der Angehörigenpflege ebenfalls zu den gestiegenen Kosten bei.
Individuelle Prämienverbilligungen
Die Gesamtkosten der Funktion Prämienverbilligungen betrugen 2’184’251.57 Franken und lagen damit 851’851.57 über dem Budget. Die individuellen Prämienverbilligungen (IPV) stiegen im Vergleich zum Budget 2024 um 333’486.60 Franken und gegenüber der Rechnung 2023 um 147’422.80 Franken. Auch das aktive Case Management (Aufhebungen der Leistungsaufschübe der Krankenkassen) schnitt mit 168’364.97 Franken schlechter ab als geplant. Ein im Budget 2024 vorgesehene Sonderbeitrag des Kantons für überdurchschnittlich hohe IPV-Kosten von 350’000 Franken wurde aufgrund des Sparprogramms des Kantons gestrichen, was zu einem zusätzlichen Defizit führte.
In einem Schreiben vom 2. Juli 2024 teilte der Kanton mittels Entscheid mit, dass ab 2024 kein Beitrag für Sonderlasten im Rahmen der IPV gezahlt werde. Die Stadt Romanshorn legte am 10. Juli 2024 Beschwerde gegen diesen Entscheid ein. Am 11. Dezember 2024 äusserte sich das Departement für Finanzen und Soziales (DFS) in einer Stellungnahme an die Staatskanzlei dahingehend, dass keine Beiträge für die IPV-Sonderlasten vorgesehen seien. Die Staatskanzlei forderte die Stadt Romanshorn mit Schreiben vom 19. Dezember 2024 auf, eine Stellungnahme zur DFS-Stellungnahme abzugeben. Diese wurde von der Stadt Romanshorn am 15. Januar 2025 fristgerecht eingereicht. Ein endgültiger Entscheid des Gesamtregierungsrats steht derzeit noch aus.
Steuerertrag
Der Nettosteuerertrag für 2024 beträgt 16’859’638.42 Franken, was einen Minderertrag von 360’361.58 Franken im Vergleich zum Budget von 17’220’000 Franken darstellt. Bei den natürlichen Personen belief sich der Minderertrag unter Berücksichtigung von Abschreibungen netto auf 447’128.63 Franken. Die Steuereinnahmen sind insgesamt zwar steigend, werden aber durch wenige steuerliche Sondereffekte getrübt. Allerdings stiegen dafür die Quellensteuereinnahmen um 89’908.50 Franken, da der Verarbeitungsrückstand beim Kanton (seit 1. Januar 2023 zuständig für die Eintreibung) verringert werden konnte.
Der Mehrertrag von 86’767.05 Franken bei den juristischen Personen kann die Mindererträge der natürlichen Personen jedoch nicht ausgleichen.
Die Grundstücksgewinnsteuern führten zu einem Mehrertrag von 24’443.60 Franken gegenüber dem Budget, ebenso wie die Liegenschaftssteuern mit einem Plus von 56’537.40 Franken. Im Gegensatz dazu fiel der Lastenausgleich für die Zentrumsfunktion mit 658’760 Franken niedriger aus als das Budget von 700’000 Franken, was eine Differenz von 41’240 Franken zur Folge hatte.
Die Bevölkerungszahl stieg bis Ende 2024 von 11’758 auf 11’775 Bürgerinnen und Bürger, was einen Zuwachs von 17 Personen oder 0,14 % bedeutet. Es ist jedoch zu beachten, dass sich die Zählsystematik ab 2024 geändert hat. Bislang wurde die Bevölkerungsstatistik der Einwohnerdienste der Gemeinde verwendet, in der auch Kurzaufenthalter, Grenzgänger, vorläufig Aufgenommene und Schutzbedürftige mit Status S zur ständigen Wohnbevölkerung gezählt wurden. Neu wird die Bevölkerungsstatistik des Kantons herangezogen, in der zur ständigen Wohnbevölkerung nur Schweizer sowie Ausländer mit einer Niederlassungsbewilligung C, Aufenthaltsbewilligung B und Kurzaufenthaltsbewilligung L (mindestens 12 Monate) gehören. Nach der bisherigen Zählsystematik würde die Bevölkerung bei 11’950 Einwohnenden liegen, was einen Zuwachs von 192 Personen oder 1,6 % entsprechen würde (im Vorjahr + 0,9 %) darstellen würde.
Die Steuerkraft pro Kopf stieg im Vergleich zu 2023 von 2’049 Franken um 10 Franken auf 2’059 Franken. Das kantonale Mittel lag im Jahr 2023 bei 2’221, also 162 Franken höher. Die angepasste Zählsystematik zur Messung der Bevölkerungszahl wirkte sich positiv auf die Steuerkraft aus. Bei gleicher Zählsystematik wie im Vorjahr wäre die Steuerkraft auf 2’029 Franken gesunken.


Investitionsrechnung
Die Investitionsrechnung 2024 weist Nettoinvestitionen von 4’674’924.47 Franken aus, was eine Unterschreitung des Budgets von 8’143’000 Franken um 3’468’075.53 Franken bedeutet. Der Hauptgrund für diese Differenz sind Verzögerungen bei den an Urnenabstimmungen genehmigten Projekten der Mehrzweckhalle und des Bahnhofplatzes, die aufgrund von Einsprachen bei den Baugesuchen blockiert sind. Für die Mehrzweckhalle waren 2’100’000 Franken budgetiert, tatsächlich wurden jedoch nur 733’881.95 Franken ausgegeben. Im Bereich Verkehr beliefen sich die Investitionen auf 1’392’206.71 Franken, was eine Unterschreitung des Budgets von 3’215’000 Franken um 1822’793.29 Franken darstellt. Neben der Verschiebung diverser Strassenprojekte verzögert eine Einsprache den Baubeginn beim Bahnhofplatz.
Die Investitionen bei der Hafenpromenade wurden mit 500’000 Franken budgetiert, tatsächlich wurden jedoch nur 15’247.65 Franken ausgegeben, somit um 484’752.35 Franken unterschritten. Im Bereich Umweltschutz und Raumordnung wurden 979’775.20 Franken ausgegeben, was im Vergleich zum Budget von 590’000 Franken eine Überschreitung von 389’775.20 Franken darstellt. Der Hauptgrund hierfür waren unvorhersehbare höhere Investitionen in die Sanierung der Abwasserbeseitigung.
Die Stützpunktfeuerwehr Romanshorn konnte im Jahr 2024 den Umbau der Atemschutzwerkstatt für 248’202.40 Franken durchführen. Das Budget hierfür betrug 350’000 Franken; dabei war auch die Schlauchpflegemaschine enthalten, welche im Juni 2024 bestellt wurde, aber erst 2025 geliefert wird. Die Beschaffung des für brutto 250’000 Franken (netto nach Abzug des Beitrags des Feuerschutzamts von 25’000 Franken) budgetierten Seeölwehr-Containers wurde auf 2025 verschoben.
Die im Budget 2024 vorgesehenen 235’000 Franken für die Schiessanlagen wurden durch erste Sanierungsarbeiten an den Kugelfängen, die 250’423.67 Franken kosteten, überschritten. Der Finanzplan zeigt, dass die Sanierung der Schiessanlagen ein mehrjähriges Vorhaben ist, wobei Rückerstattungen des Bundes erst nach Abschluss des Projekts erfolgen werden. Für das Seebad wurden nur notwendige Investitionen zur Sicherstellung der mittelfristigen Betriebssicherheit getätigt, da im Jahr 2025 die Prüfung eines Projekts für ein Wassersportzentrum auf dem Seebad-Areal ansteht. Von den budgetierten 150’000 Franken wurden lediglich 4’277.52 Franken eingesetzt.
Im Rahmen des Projekts «Neubau Stadthaus+» wurden für 173’961.12 Franken unter anderem der Wettbewerb sowie das Botschaftsprojekt umgesetzt. Für diese Phase war ein Budget von 350’000 Franken vorgesehen.
Die Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen (nach Nutzungsdauer) beliefen sich auf 1’446’724.31 Franken. Hinzu kommen Abschreibungen auf Investitionsbeiträge in Höhe von 189’460 Franken, die im Transferaufwand ausgewiesen werden. Das Gesamtvolumen der Abschreibungen beträgt somit 1’636’184.31 Franken, was im Vergleich zum Budget von 1’656’264 Franken eine geringfügige Unterschreitung darstellt.
Selbstfinanzierung, Nettovermögen und Eigenkapital
Zur Selbstfinanzierung, einschliesslich Veränderungen in den Spezialfinanzierungen, stehen 2’304’204.76 Franken zur Verfügung. Bei Nettoinvestitionen von 4’674’924.47 Franken ergibt sich daraus ein Selbstfinanzierungsgrad von 49 Prozent, im Vergleich zu 88 Prozent im Jahr 2023.
Nettovermögen
Das Nettovermögen (Saldo des Finanzvermögens abzüglich des Fremdkapitals) verringerte sich bis Ende 2024 von 7’708’795 Franken bzw. 656 Franken pro Einwohner im Jahr 2023 auf 5’059’438.90 Franken bzw. 430 Franken pro Einwohner.
Eigenkapital und Ergebnisverwendung
Das Eigenkapital (Bilanzüberschuss) beträgt Ende 2024 15’219’332.72 Franken, einschliesslich des bereits berücksichtigten Jahresergebnisses von 344’711.13 Franken. Im Vergleich zum Vorjahr (14’874’621.59 Franken) entspricht der Bilanzüberschuss per Ende 2024 rund 48 Steuerprozenten.
Liegenschaften im Landkreditkonto
Im Jahr 2024 erfolgte nur eine Transaktion im Rahmen der Zustimmung zur Urnenabstimmung vom 9. Juni 2024. Dabei wurde die Parzelle 702 für 962’115.20 Franken vom Landkreditkonto ins Finanzvermögen überführt. Der Gesamtwert aller Liegenschaften betrug per 31.12.2024 10’626’104.50 Franken. Die Kreditkompetenz des Stadtrats im Landkreditkonto lag zum selben Stichtag bei 5’986’080.10 Franken.
Liegenschaften im Finanzvermögen
Im Jahr 2024 gab es eine Transaktion, den zuvor erwähnten Transfer der Parzelle 702 mit einem Buchwert von 962’115.20 Franken vom Landkreditkonto ins Finanzvermögen. Per 31.12.2024 beträgt der Gesamtwert der Liegenschaften im Finanzvermögen 15’123’346.46 Franken.
Sonstiges Finanzvermögen
Nachdem die Regiotherm AG (ehemals Gasversorgung Romanshorn AG) im 2023 aufgrund eines schwierigen Geschäftsjahres keine Dividende an die Stadt zahlte, wird für 2024 erneut eine ordentliche Dividende von 216’000 Franken ausgeschüttet.
Dank der erfolgreichen Bewirtschaftung der flüssigen Mittel bei hohen Zinssätzen bis zu 2 % konnten im Jahr 2024 Aktivzinsen in Höhe von 315’919.06 Franken erwirtschaftet werden. Ein ähnlicher Zinsertrag kann im 2025 nicht erwartet werden, da der SNB-Satz mittlerweile auf 0,5 % gesenkt wurde.


PRÄSIDIUM UND VERWALTUNG
Präsidium
Am 22. September 2024 konnte der Romanshorner Stadtrat im zweiten Wahlgang mit Aron Signer wieder komplettiert werden. Die Ersatzwahl wurde notwendig, da der bisherige Verantwortliche für das Ressort Ordnung und Sicherheit im März 2024 aus persönlichen Gründen zurückgetreten war. Der Stadtrat hat sich aufgrund der Neuwahl für den Rest der Legislaturperiode 2023–2027 neu konstituiert. Dabei übernahm Aron Signer das Ressort Gesundheit und Roman Imhof wechselte nach fünf Jahren im Ressort Gesundheit zum Ressort Ordnung und Sicherheit.
Zum Jahresbeginn übernahm mit Markus Bösch auch ein neuer Ortschronist die Tätigkeit des langjährigen Amtsinhabers und ehemaligen Gemeindeammanns Max Brunner. Die seit 1861 bestehende Geschichtsschreibung konnte somit in gute Hände übergeben werden.
Für eine zukunftstaugliche Wärmeversorgung stimmten die Romanshorner und Romanshornerinnen am 9. Juni mit 77 % dem Projektierungskredit «Seewasserthermie» zu. Mit dem Projekt sollen künftig ein Grossteil der Hafenstädter Wohnungen mit Seewasser beheizt und allenfalls gekühlt werden. Angestrebt wird eine erste Wärmelieferung im Herbst 2027.
Neben den ordentlichen politischen Geschäften muss auch die Zustimmung zur Umgestaltung der unteren Bahnhofstrasse erwähnt werden. Mit knappen 52 % stimmten die Abstimmenden der Aufwertung des unteren Teils der Bahnhofstrasse zu. Zusammen mit dem geplanten neuen Stadthaus und dem Bahnhofplatz bildet dieses Projekt ein zentraler Baustein in der Attraktivierung der Innenstadt. Als temporäre Aufwertung wurde die Ostfassade des Haus «Merkur» am Sternenplatz vom Künstler Dominik Rüegg («Drü Egg») bemalt.

Ebenfalls als Zwischennutzung konnte Mitte des Jahres das Stadtforum öffnen, dass der Verwaltung wie auch Privaten zur Nutzung offensteht.
Sagenhafte 82 Wettbewerbsbeiträge zum Stadthaus+ wurden im Frühling 2024 eingereicht. Entsprechend umfangreich und aufwändig war die Jurierung der Projekte. Am Ende wurde einstimmig das Projekt «Ahoi» von BGM Architekten, Basel, und META Landschaftsarchitektur GmbH, Basel, als Sieger gekürt. Kurz vor den Sommerferien konnte das Projekt der Bevölkerung vorgestellt werden. Die Abstimmung zu diesem wichtigen Projekt wird im September 2025 erfolgen.
Mit diesen drei Projekten nimmt die Umgestaltung der Innenstadt Form an, auch wenn die beiden bisher abgestimmten Projekte durch Einsprachen blockiert sind. Ergänzt wird die Neugestaltung auch durch das Projekt auf dem Schützengassen-Areal, welches von privaten Investoren vorangetrieben wird, sowie dem geplanten Umbau des Bahnhofgebäudes. Auch wenn einige dies zu verhindern versuchen: Romanshorn ist im Wandel.
Grünes Licht gab es auch für die Überbauung auf dem ehemaligen Hydrel-Areal direkt beim Seepark. Dort sollen weit über 100 Wohnungen entstehen. Die attraktive Wohnlage wird hoffentlich neue gute Steuerzahlende in die Hafenstadt locken.
Im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Bahnhofplatzes wurde MocMoc temporär in einen Wellnessurlaub geschickt, damit er künftig in alter Frische das Fenster zum See überwachen darf.
Auch im westlichen Bereich hat Romanshorn bereits ein neues Gesicht erhalten. Die Umgestaltung des Hubkreisels, welche vom Kanton umgesetzt wurde, sorgte während rund eines halben Jahres für etwas Geduld bei den Verkehrsteilnehmenden. Die Umgestaltung, welche sich im Grundsatz an der bisherigen Erscheinung orientierte, stiess auf positive Resonanz bei der Bevölkerung. Wenn im Frühling 2025 das erste Mal die Bepflanzung ihre Wirkung entfalten kann, wird der Kreisel Ankommende freundlich begrüssen.
In unmittelbarer Nähe zum Bildungs- und Bewegungscampus konnte sich die Stadt die Parzelle 702 sichern. Am 9. Juni 2024 gaben die Romanshorner Stimmberechtigten grünes Licht dafür, dass die Stiftung Talenticum darauf im Baurecht einen Lernort realisieren kann, wo Kinder und Jugendliche ihre Talente entdecken und fördern können. Auch dieses Angebot unterstreicht die Rolle von Romanshorn als Bildungsstandort.
Aufgrund einer Einsprache konnte der geplante Bau der Mehrzweckhalle Bach nicht begonnen werden. Der dringend benötigte Sportraum stellt die Schulgemeinden schon heute vor grosse Herausforderungen.
Die Natur machte es im Sommer spannend. Stetig steigende Wasserstände versetzten die Stadt in Alarmbereitschaft. Zum Glück wurde die Hafenstadt bis auf wenige punktuelle Wasserübertritte verschont. Der steigende Seewasserspiegel führte jedoch zu verschiedenen Kellerflutungen durch das zurückdrückende Wasser in der Kanalisation.
Kultur und Tourismus
Für einen zunehmend touristischen Ort wie Romanshorn ist eine gelebte Willkommenskultur von zentraler Bedeutung. Zum Jahresende wurden die in die Jahre gekommenen Willkommenstafeln durch moderne LED-Bildschirme ersetzt. Dadurch lassen sich künftig Informationen wie Veranstaltungshinweise noch besser kommunizieren. Das zeitgemässe und ansprechende Design unterstreicht das moderne Image unserer Stadt.
Das Seebad Romanshorn musste aufgrund der Wetterkapriolen eine durchzogene Saisonbilanz ziehen. Da das Wetter bis Mitte Juli eher kühl war, konnten im Berichtsjahr nur gerade 100’000 Eintritte vermeldet werden. Dafür blieben grössere Unfälle glücklicherweise aus. Mit dem neuen Pächter Stefan Hähni ist die gastronomische Betreuung gut geglückt. Neu ab diesem Jahr ist, dass das Seebadrestaurant schon vor und nach der Saison geöffnet bleibt und auch am Abend ein längerer Verbleib bis nach Badischluss möglich ist.
Auch die Jugendherberge konnte im Berichtsjahr 2024 trotz des launischen Wetters gute Zahlen verbuchen. Mit 8150 Übernachtungen wurden die Buchungen des Rekordjahrs 2023 nicht ganz erreicht. Die Übernachtungsanzahl zeigt die Attraktivität der Hafenstadt im Sommer auf.

Allgemeine Verwaltung
Während des Berichtjahres war die Verwaltung an vielen Fronten gefordert. Einerseits wurden Projekte vorbereitet, die im vergangenen Jahr oder im Jahr 2025 zur Abstimmung kamen bzw. kommen werden. Zusätzlich wurde die neue Organisation, welche auf die Ressortreorganisation folgte, implementiert. Dies erforderte etwas Feinjustierung, funktionierte insgesamt aber gut. Die Optimierung der Schnittstellen innerhalb der Verwaltung und zu den Ressortleitenden ist positiv zu bewerten. Dennoch besteht weiteres Optimierungspotenzial, das nach und nach angegangen wird. Ebenfalls wurden Vorbereitungsarbeiten getätigt, um ab 2025 das interne Kontrollsystem (IKS) zu implementieren. Auch wurden erste Massnahmen zusammen mit Alzheimer Thurgau ergriffen, um den Weg zur demenzfreundlichen Stadt zu ebnen.
Im Berichtsjahr waren wesentliche personelle Wechsel in der Stadtverwaltung zu verzeichnen. So hat Daniele Saccone ab März die Leitung des Steueramtes übernommen und Andreas Lehmann die Leitung der Sozialen Dienste am 1. Juli vom langjährig verdienten Abteilungsleiter Philipp Langenauer.
Auch die neustrukturierte Abteilung „Anlage und Betriebe“ konnte mit Ralph Engel eine ausgewiesene Fachkraft für die Leitung gewinnen. Es ist sehr erfreulich, dass sich trotz Fachkräftemangel immer noch hervorragende Bewerberinnen und Bewerber für die ausgeschriebenen Stellen der Hafenstadt bewerben. Dies ist nicht mehr bei allen Städten und Gemeinden der Fall.
Den unermüdlichen Einsatz des Stadtpersonals gilt es an dieser Stelle herzlich zu verdanken. Ohne sie wären die vielen Aufgaben nicht zu stemmen.
Ortsplanung und Baurecht

Philipp Gemperle, FDP
Vize-Stadtpräsident
seit 1. Juni 2019 im Amt
Schritt für Schritt zu einem genehmigten Rahmennutzungsplan
Der Stadtrat konnte im Jahr 2023 den revidierten Rahmennutzungsplan zu einem grossen Teil in Kraft setzen. Einzelne Themen und Bereiche sind jedoch noch nicht abschliessend geklärt. Deshalb haben wir im 2024 die zweite Nachführung vorbereitet, die vor allem die Einrichtung einer neuen Ortsbildschutzzone im Gebiet Schlossberg-/Badstrasse sowie einige weitere geringfügige Anpassungen umfasst. Über diese Nachführung wird im Jahr 2025 abgestimmt. Zudem ist zu hoffen, dass auch die gerichtliche Klärung offener Punkte bald abgeschlossen werden kann.
Über die notwendigen Anpassungen bei den Kleinsiedlungen (Aufhebung Weilerzone) entschied die Gemeindeversammlung am 6. November 2024. Während der Stadtrat die Chance zur Aufwertung der Kleinsiedlung Zebra/Meile in eine Erhaltungszone nutzen wollte, stimmte eine Mehrheit der Stimmberechtigten dagegen. Die Anpassungen werden im Jahr 2025 erneut – diesmal ohne das besagte Gebiet – der Gemeindeversammlung vorgelegt.
Grünes Licht mit Hürden bei der Hafenpromenade
Bei der Entwicklung der Hafenpromenade (Hafen Nord) konnten wir bedeutende Fortschritte erzielen. So hat die entwicklungskritische Eidgenössische Kommission für Natur- und Heimatschutz (ENHK) das Projekt mit Hotel, Dienstleistungsgebäude und Tiefgarage positiv bewertet – ein sehr wichtiges Signal. Darüber hinaus konnten wir die Erarbeitung des Gestaltungsplans erfolgreich abschliessen. Trotz stetiger Information und zahlreichen Gesprächen mit der Bevölkerung und Anwohnenden kam es zu zwei Einsprachen gegen den Gestaltungsplan. Zudem ist nach wie vor eine Beschwerde vor Verwaltungsgericht bezüglich der Zonierung hängig. Auch wenn unsere Arbeit anerkannt und positiv bewertet wird, können wir diesen Rechtsmitteln nur mit Geduld begegnen.
Die Hafenpromenade wird jedoch nicht isoliert betrachtet. Parallel zu den Planungen im Gestaltungsplanperimeter haben wir die Entwicklung östlich des alten Zollhauses bis zum See – einschliesslich Pier 8590 und Zollpavillon – weiter vorangetrieben. Wir werden dazu nächstens in einen Dialog mit der Bevölkerung treten.
Entwicklungen in verschiedenen Gebieten
Für die Überbauung auf dem ehemaligen Hydrelareal direkt am See konnte die Baubewilligung erteilt werden. Das Interesse an den Wohnungen ist gross und die attraktive Wohnlage kann dazu beitragen, das Steuersubstrat in Romanshorn zu stärken. Die Wohnungen auf dem ehemaligen Hydrelareal sollen 2027 bezugsbereit sein.
An der Mittleren Gasse haben wir die Grundlagen für einen Gestaltungsplan geschaffen. Es zeigt sich in diesem Gebiet exemplarisch, wie anspruchsvoll der Umgang mit bestehender Bausubstanz, Ortsbildschutz und wirtschaftlicher Entwicklung ist. Weitere Planungen und Verfahren wurden um den Hubkreisel, für das Stadthaus, die Schützengasse sowie im Gebiet Säntis Süd und Sonnenfeld fortgesetzt. Zudem wurden gemäss Auftrag des Kantons alle Sondernutzungspläne geprüft und an das neue Planungs- und Baugesetzt angepasst. Ein Abschluss dieser Arbeiten ist für 2025 vorgesehen.
Im Hafenpark (Hafen Süd) stockt die Entwicklung, da die komplexen Eigentumsverhältnisse erhebliche Hürden darstellen. Wir setzen alles daran, gemeinsam mit allen Beteiligten eine praktikable Lösung zu erarbeiten, denn für Romanshorn stellt dieses Gebiet den wichtigsten Entwicklungsschwerpunkt dar.
Unsicherheiten mit Richtlinien begegnen
Bei den beiden Themen Grünflächenziffer und Photovoltaikanlagen gibt es immer wieder Unsicherheiten betreffend konkreter Umsetzung. Baukommission und Bauverwaltung haben hierzu viele Einzelfälle bewertet und Richtlinien entwickelt, um stringente Entscheidungen sicherzustellen und alle gleich zu behandeln.
Die Baubewilligung für die vom Volk deutlich befürwortete Mehrzweckhalle ist aufgrund einer eingereichten Einsprache derzeit blockiert. Immer wieder wird moniert, es sei kein Dialog mit der Nachbarschaft geführt worden. Ich möchte betonen, dass wir bei jedem Projekt stets offen und transparent kommunizieren und im Rahmen des Möglichen auch direkt auf die Betroffenen zugehen. Unsere Türen stehen jederzeit für Gespräche offen, und es liegt auch in der Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger, bei Bedenken den Kontakt zu den politischen Verantwortlichen zu suchen.
Hochbau und Anlagen

Christian Zanetti, parteilos
seit 1. Juni 2019 im Amt
Liegenschaften
Ein Teil der städtischen Liegenschaften wird zweckgebunden zurückgehalten, um zukünftigte Projekte zu ermöglichen. Da deren Rückbau absehbar ist, werden nur noch minimale Investitionen getätigt. In einigen dieser Objekte beschränkte sich die Erneuerung aufgrund des Betriebsalters auf den Austausch defekter Haushaltsgeräte. Demgegenüber stehen Liegenschaften von hoher betrieblicher Relevanz, die durch kontinuierliche Unterhaltsarbeiten instand gehalten werden müssen. In einigen Liegenschaften wurden die Sicherheitsnachweise der elektrischen Installationen (SINA) aktualisiert. Zudem wurde der Saal des Mehrzweckgebäudes mit einer neuen Beleuchtung ausgestattet.
Eissportzentrum
Im Eissportzentrum (EZO) stehen in den kommenden Jahren grössere Sanierungen im Bereich des Brandschutzes an. Diese wurden 2024 analysiert und in Abstimmung mit der Gebäudeversicherung terminiert. Erste Sofortmassnahmen wurden bereits Ende 2024 und Anfang 2025 umgesetzt. Im weiteren Verlauf werden strategische Bauteile untersucht, um einen umfassenden Überblick über den notwendigen Sanierungsbedarf des Gebäudes zu gewinnen.
Seebad
Witterungsbedingt verzeichnete das Seebad im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Besucherzahlen. Mit 100’000 Besuchenden blieb die Zahl unterdurchschnittlich. Der Stadtrat hat sich für eine «Halten-Strategie» entschieden, sodass die bestehende Anlage noch etwa zehn Jahre weiterbetrieben werden soll. Angesichts aktueller Projektentwicklungen, wie der Seethermie, erscheint eine grundlegende Neuausrichtung derzeit nicht sinnvoll. Die Investitionsplanung der Stadt fokussiert sich ab 2025 auf die Badetechnik. Bereits 2024 wurden in der Wohnung oberhalb der Kasse die Böden und Wände renoviert sowie der Weg zwischen Restaurant und See erneuert.
Hafen
Nach dem Ausfall im Herbst 2023 wurde die Laufkatze des Krans erneuert, so dass dieser wieder zuverlässig funktioniert. Mittelfristig müssen auch die Elektrik sowie der Arm und der Mast überprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Im Jahr 2024 begann die Stadt mit einer Auslegeordnung zur Ermittlung der unterschiedlichen Bedürfnisse in Bezug auf das Hafendienstgebäude. Für 2025 ist die Erstellung eines Vorprojekts geplant. Die Installation eines WLANs für Anliegende und Gäste im Hafen befindet sich bereits in Prüfung.
Jugendherberge
Die Lizenz zur Führung der lokalen Jugendherberge läuft Ende 2025 aus. Um den Betrieb unter dem Label «Jugendherberge» fortführen zu können, sind Umbauten sowie Brandschutzmassnahmen erforderlich. Im Austausch mit Jugendherbergen Schweiz wurden 2024 die notwendigen Massnahmen und das weitere Vorgehen intensiv besprochen und geprüft.
Werkhof
In der letzten Bauetappe wurden sämtliche Beleuchtungskörper auf LED-Technik umgestellt. Aufgrund interner Arbeitsausführung und der Reduktion der Lampenstellen fielen die Kosten deutlich niedriger aus als geplant. Zudem wurde im Aussenbereich ein Unterstand für Maschinen errichtet.
Gewässerverbauung
An der Aach sowie am Märzenbach wurden weitere Holzschläge durchgeführt. Diese Massnahmen waren aufgrund der Eschentriebwelke erforderlich. Alle betroffenen Flächen werden mit Waldbäumen und Sträuchern wiederbepflanzt. Die Holzschläge wurden vom kantonalen Forstamt sowie vom Amt für Umweltschutz, Abteilung Gewässerbau, genehmigt. Teilweise wurden die Arbeiten von der Waldkooperation Romanshorn-Uttwil ausgeführt.
Seeufersanierung
Die Sanierungsarbeiten an der Felskanzel Inseli konnten im Frühjahr erfolgreich abgeschlossen werden. Die Sandsteinmauer wurde denkmalgerecht instand gesetzt und die rutschige Treppe durch neue Sandsteine ersetzt. In Kürze wird das neue Metallgeländer montiert, das auch als Absturzsicherung dient. Der ehemalige Bambuspark wurde neugestaltet und neu bepflanzt. Im Frühjahr wird die Vegetation in voller Blüte erscheinen. Zudem wurden im Dezember punktuelle Ausschwemmungen am Seeufer instand gesetzt, die durch das Hochwasser im Sommer verursacht worden waren.
Energie und Umwelt

Ursula Bernhardt, parteilos
seit 1. Juni 2019 im Amt
Energie
Die Energieversorgung der Schweiz hat sich im 2024 wieder etwas stabilisiert, bleibt aber weiterhin volatil. Um die Themen Versorgungssicherheit und umweltschonende Energieversorgung anzugehen, hat die Stadt Romanshorn nach Abschluss der Studien zur thermischen Seewasser-Nutzung, die Planungsarbeiten zur Realisierung des Anergie-Netzes vergeben. Mit diesem Generationenprojekt soll ökologisches Heizen und gegebenenfalls auch Kühlen in Romanshorn ermöglicht und der fossile Anteil der Wärmeproduktion und die Treibhausgasemission reduziert werden. Um weitere Informationen zu erhalten, wurde eine Website erstellt und diese laufend aktualisiert. Im Jahr 2024 wurde auch mit der Überarbeitung des Energierichtplans begonnen, der eine wesentliche Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen in der Wärmeversorgung darstellt. Für die Stadt Romanshorn, die Regiotherm AG und die Genossenschaft EW Romanshorn bleibt es weiterhin höchste Priorität, eine zuverlässige und qualitativ hochwertige Energie- und Wasserversorgung für die Bevölkerung sowie Industrie und Gewerbe sicherzustellen.
Umwelt
Da Littering auch weiterhin ein grosses Thema ist, fand im Herbst ein See-Clean-Up-Day statt, an welchem viele freiwillige Helferinnen und Helfer auf dem Gebiet der Stadt und auch im Hafenbecken Abfall eingesammelt haben, der anschliessend fachgerecht entsorgt wurde. Im Alltag wird diese Arbeit das ganze Jahr hindurch von den Mitarbeitenden des Werkhofs geleistet. Um die Reinigung der Strassen zu erleichtern, wurde 2024 die elektrisch betriebene Kehrmaschine CityCat angeschafft.
Der Verband KVA Thurgau arbeitet derzeit am Ersatz-Bauprojekt der Kehrichtverwertungsanlage und wird das Baugesuch voraussichtlich im Sommer 2025 einreichen. Der reguläre Betrieb der Ersatz-KVA und die Lieferung klimafreundlicher Wärme sollen Ende 2031 beginnen.
Laut dem Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) des Kantons sind die Gemeinden verpflichtet, die Artenvielfalt zu fördern und die Natur auch in Siedlungsräumen zu integrieren. Insbesondere sollen sie im Rahmen ihrer Richtplanung Konzepte zum Artenschutz entwickeln. Daher wurde nach dem Erstellen eines Naturinventars ein weiteres Inventar für Gebäudebrüter erstellt, dessen erste Kartierungsphase abgeschlossen wurde. Zudem wurden im vergangenen Jahr vier Veranstaltungen zum Thema «Bäume» organisiert, die sich mit verschiedenen Aspekten des Baumwachstums, der Pflege und der Bedeutung von Bäumen für das Ökosystem beschäftigten.
Darüber hinaus fand die Aktion «Igel gesucht» statt, bei welcher Bürgerinnen und Bürger dazu angeregt wurden, die Lebensräume von Igeln zu ermitteln und zu schützen. Zusätzlich wurde ein Workshop zum Thema Klimaanpassung angeboten, um Strategien und Massnahmen zu entwickeln, wie Romanshorn sich besser an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen kann.

Elektrische Kehrmaschine CityCat V20e
Abwasser
Um einen effektiven Gewässerschutz und eine angemessene Siedlungsentwässerung sicherzustellen, wird regelmässig ein genereller Entwässerungsplan (GEP) erstellt. Mit diesem GEP werden notwendige Massnahmen definiert und deren Umsetzung zeitlich geplant. Die drei Verbandsgemeinden arbeiten unter der Leitung des Abwasserverbands Region Romanshorn (ARA) zusammen, um die Anlage optimal zu betreiben und ihren Wert zu erhalten. Der überarbeitete GEP wurde Ende 2024 fertiggestellt und wird 2025 dem Amt für Umwelt des Kantons Thurgau zur Genehmigung vorgelegt.
Von 2023 bis 2025 wird der Zustand des rund 45 Kilometer langen Kanalnetzes der Stadt Romanshorn überprüft. Hierfür werden Pläne erstellt, die Leitungen gespült und der Zustand mittels Videoaufnahmen dokumentiert. Die Aufnahmen werden anschliessend ausgewertet und in Dringlichkeitsstufen eingeteilt. Diese Überprüfungen finden alle 10 bis 15 Jahre statt.
Im Jahr 2024 wurde der 130 Meter lange Mischwasserkanal unter dem Bahnhofplatz erneuert. Die alten Rohre wurden durch neue mit einem Durchmesser von 40 Zentimeter ersetzt, statt der ursprünglich 25 Zentimeter. Die übrigen Kanäle konnten durch ein grabenloses Verfahren mithilfe von Robotern und Inlinern saniert werden.
Auf der Kläranlage wurde mit der Installation eines neuen Notstromgenerators begonnen, um den in den 1970er Jahren installierten alten Generator zu ersetzen.
Im vergangenen Jahr wurde am Regenbecken der ARA ein Amphibienausstieg installiert, der Fröschen, Molchen und Kröten, die ins Becken gespült werden, eine sichere Fluchtmöglichkeit bietet. Mit dieser Massnahme tragen die Mitarbeitenden der ARA aktiv zum Schutz des Lebensraums dieser Tiere bei.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Mitarbeitenden für ihren Einsatz für Romanshorn bedanken.

Ausstiegshilfe für Amphibien
Tiefbau und Verkehr

Melanie Zellweger, SVP
seit 1. Oktober 2014 im Amt
Zusammenarbeit und Information der Bevölkerung
Das Ressort Tiefbau und Verkehr legt grossen Wert auf Transparenz und den laufenden Austausch mit der Bevölkerung. In jüngerer Vergangenheit fanden dazu mehrere Informationsveranstaltungen statt, die eine Plattform boten, um über Planungsstände und Projekte zu informieren sowie Anliegen aufzunehmen. Weitere Termine sind vorgesehen, um auch künftig eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Bevölkerung sicherzustellen.
Zusammenarbeit und Information der Bevölkerung
Das Ressort Tiefbau und Verkehr legt grossen Wert auf Transparenz und den laufenden Austausch mit der Bevölkerung. In jüngerer Vergangenheit fanden dazu mehrere Informationsveranstaltungen statt, die eine Plattform boten, um über Planungsstände und Projekte zu informieren sowie Anliegen aufzunehmen. Weitere Termine sind vorgesehen, um auch künftig eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Bevölkerung sicherzustellen.
Erfolgreich abgeschlossene Projekte
Die bauliche Erneuerung des Egnacherwegs wurde Ende 2024 termingerecht abgeschlossen. Dank abgestimmter Koordination konnte das Projekt sowohl zeitlich als auch finanziell im vorgegebenen Rahmen bleiben.
An den Haltestellen Blumenweg, Holzenstein und Hub (Richtung Amriswil) wurden behindertengerechte Umbauten realisiert. Zusätzlich entstanden in Holzenstein und Hub zwei neue, durch das Agglomerationsprogramm finanziell unterstützte Buswartehäuschen. Damit ist eine komfortable und zeitgemässe Nutzung des öffentlichen Verkehrs gewährleistet.
Gemeinsam mit der Nachbargemeinde Salmsach wurde die sanierte Brücke Oberhäusern-Fehlmoos wieder für den Verkehr freigegeben. Dieses Gemeinschaftsprojekt zeigt exemplarisch, wie interkommunale Zusammenarbeit zu einer effizienten und erfolgreichen Umsetzung von Infrastrukturvorhaben führen kann.
Erreichte Ziele und umgesetzte Massnahmen
Die Arbeiten am Gesamtverkehrskonzept und seinen einzelnen Teilkonzepten tragen entscheidend zu einer zukunftsgerichteten Mobilitätsplanung bei. Besonders hervorzuheben sind dabei die Teilkonzepte Parkierung sowie Fuss- und Veloverkehr, die sich kurz vor dem Abschluss befinden.
Zur Verbesserung der Parkplatzsituation und einer optimalen Raumnutzung erfolgt die Erstellung des Parkierungskonzepts mit der Überarbeitung des Parkierungsreglements. Eine öffentliche Mitwirkung ist im Frühsommer geplant. Das Ressort Sicherheit ist eng eingebunden, um ein nachhaltiges und ausgewogenes Konzept zu gewährleisten.
Im Rahmen des Fuss- und Veloverkehrskonzepts werden alle Schwachstellen im Fuss- und Veloverkehr erfasst. Darauf aufbauend werden priorisierte Massnahmen definiert und parallel zu anstehenden Strassensanierungen umgesetzt. Die Steigerung der Sicherheit und Attraktivität des öffentlichen Raums für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmende steht dabei im Vordergrund.
Neue Projekte und Herausforderungen
Zwei zentrale städtische Aufwertungsprojekte sind derzeit aufgrund von Einsprachen blockiert. Sowohl beim Bahnhofsplatz als auch bei der unteren Bahnhofstrasse gingen während der Auflage Einsprachen ein. Die Verfahren liegen nun beim zuständigen kantonalen Departement. Eine zügige Bearbeitung wäre wünschenswert, um die Attraktivität und Funktionalität dieser Bereiche zu verbessern.
Anfang 2025 startete die Sanierung der Friedhofallee. Zusammen mit Fachleuten und dem designierten Präsidenten des Vereins Eintracht fand eine erste Sitzung statt. Bis zum 150-Jahr-Jubiläum der Allee 2026 soll das Projekt umgesetzt sein. Die historische Baumallee steht im Fokus. Gleichzeitig ist eine moderne, ressortübergreifende Planung unverzichtbar, um die funktionalen, ökologischen und ästhetischen Aspekte erfolgreich zu verbinden.
Erste Schritte in neue Projekte und Initiativen
Weitere Vorhaben sind bereits in Planung. So ist etwa die siedlungsverträgliche Umgestaltung der Neuhofstrasse vorgesehen. Darüber hinaus sollen Tempo-30-Zonen umgesetzt werden und Quartierkammern in der Innenstadt geschaffen werden, die den Verkehr beruhigen sollen. Diese Massnahmen zielen darauf ab, Lärm und Emissionen zu reduzieren und das Sicherheitsgefühl in Wohngebieten zu stärken.
Ausblick und Dank
Das Ressort Tiefbau und Verkehr wird die anstehenden Projekte rechtzeitig kommunizieren und öffentliche Mitwirkungsverfahren anbieten. Dadurch erhalten Interessierte Gelegenheit, sich aktiv einzubringen und Entwicklungen mitzugestalten.
Die aufgeführten Beispiele unterstreichen, dass eine zeitgemässe Mobilitäts- und Infrastrukturplanung ein gemeinsames Engagement von Verwaltung, Politik und Bevölkerung erfordert. Mit diesen Massnahmen soll sichergestellt werden, dass Romanshorn auch in Zukunft über ein sicheres, leistungsfähiges und nachhaltiges Verkehrsnetz verfügt.

Bauliche Erneuerung des Egnacherwegs
Soziales

Peter Eberle, parteilos
seit 1. Juni 1991 im Amt
Gesetzliche wirtschaftliche Hilfe (Sozialhilfe, Konto 5720)
Im Bereich der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe betragen die Nettokosten (nur Hilfeleistung) für das Jahr 2024 1.75 Mio. Franken und liegen damit 300’000 Franken unter dem Budget 2024 und 200’000 Franken unter der Rechnung des Vorjahres (vgl. dazu und im Folgenden die Grafik «Gesetzliche wirtschaftliche Hilfe», inkl. budgetierter Wert 2025 B). Der Wert für 2024 entspricht ungefähr dem durchschnittlichen Wert der letzten zehn Jahre von 2015–2024. Auch wenn der Rückgang im Jahr 2024 erfreulich ist, liegt Romanshorn mit pro Kopf Kosten von 150 Franken nach wie vor deutlich über dem kantonalen Mittelwert von 86 Franken (letzter verfügbarer Wert aus 2023). Aufgrund der stabilen Wirtschaftslage sollte es möglich sein, das Budget 2025 mit Nettokosten von 1,9 Mio. Franken einzuhalten.
Prämienverbilligungen (Konto 5120)
m Bereich individuelle Prämienverbilligung (IPV) der Krankenkassen belaufen sich die Kosten auf 2.2 Mio. Franken und liegen 850’000 Franken über dem Budget (vgl. dazu und im Folgenden die Grafik «Prämienverbilligungen»). Die wesentlichen Gründe für diese Überschreitung ist der Wegfall des kantonalen Lastenausgleichs IPV von 350’000 Franken, welcher im Jahr 2024 noch budgetiert wurde, und die zunehmende Anzahl Personen, welche die IPV in Anspruch nehmen (+240 Personen, d.h. 8 % mehr als im Vorjahr mit Mehrkosten von über 300’000 Franken gegenüber Budget). Letzteres führt auch dazu, dass das Budget 2025 von 1.8 Mio. Franken ebenfalls überschritten werden wird.

Berufsbeistandschaft (Konto 1402)
In der Berufsbeistandschaft konnten die budgetierten Kosten von 900’000 Franken eingehalten werden. Mit etwa 350 Mandaten wurde allerdings ein neuer Rekordwert erreicht und daher wurden für das Jahr 2025 die Kosten erstmals auf gut 1 Mio. Franken budgetiert (vgl. Grafik «Berufsbeistandschaft»). Letzthin konnte der Presse entnommen werden, dass in der gesamten Schweiz ungefähr 150’000 Mandate bei Berufsbeistandschaften existieren, was 1.7 % der Bevölkerung entspricht. In Romanshorn ist diese Quote mit 3 % fast doppelt so hoch.
Asylwesen (inkl. Schutzstatus S, Konten 5730 und 5732)
In diesen Konten entstanden durch Staatsbeiträge Überschüsse von rund 460’000 Franken. Langfristig (nach Auslaufen der Bundesbeiträge) werden diese durch die in dieser Personengruppe überdurchschnittliche Inanspruchnahme von Sozialleistungen, die kommunal zu finanzieren sind (Sozialhilfe, Berufsbeistandschaften, kommunaler Anteil IPV), mehr als kompensiert.

Alimenteninkasso (Konto 5430)
Im Jahr 2024 wurden Alimentenvorschüsse von 325’000 Franken ausbezahlt. Von Alimentenschuldnern wurden 129’000 Franken zurückbezahlt, was eine Rückerstattungsquote von 40 % ergibt. Dies ist leicht unter dem langjährigen Durchschnitt von 47 % (vgl. Grafik «Alimenteninkasso»). Die Alimentenvorschüsse sind seit Jahren tendenziell zunehmend (jedes Jahr ca. 10’000 Franken mehr).

Jugendschutz (Konto 5440, Detailkonto 3635.00)
Beim Konto «IVSE-Leistungen» (Interkantonale Vereinbarung für soziale Einrichtungen) wurden aufgrund eines Bundesgerichtsurteils vom Februar 2025, das die Stadt Romanshorn verpflichtet, die Platzierungskosten für einen Fall aus den Jahren 2023/2024 zu tragen, zusätzlich 244’000 Franken für einen einzigen Fall fällig.
Temporäre Arbeitskräfte (Detailkonto 3310.00)
Aufgrund sehr hoher Personalfluktuation entstanden bei der Berufsbeistandschaft (1402) und dem Sozialwesen (Konten 5xxx) ausserordentlich hohe Aufwände für temporäre Arbeitskräfte von 276’000 Franken (Vorjahr: 144’000 Franken). Es wurden Massnahmen ergriffen mit dem Ziel, diesen Aufwand künftig besser unter Kontrolle zu haben. Allerdings dürfte die Personalfluktuation weiter ein ständiges Problem bleiben. Dies hängt neben dem zunehmenden Arbeitsvolumen auch mit den komplexer werdenden Mehrfachproblemen der Klientschaft zusammen (Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Probleme, Suchtprobleme, psychische Auffälligkeiten, familiäre Probleme).
Soziale Sicherheit gesamthaft (Konto 5)
Der Aufwand 2024 lag mit 4.9 Mio. Franken im budgetierten Rahmen, gegenüber den Vorjahren nahm er jedoch zu (2023: 4.7 Mio. Franken, 2022: 4.0 Mio. Franken).
Gesundheit

Aron Signer, FDP
seit 22. September 2024 im Amt
Gesundheit
Im September 2024 durfte ich das Ressort Gesundheit übernehmen. An dieser Stelle danke ich Stadtrat Roman Imhof für die hilfreiche Einführung. Das Jahr 2024 brachte sowohl herausfordernde wie auch erfreuliche Momente mit sich. Einige dieser Themen möchte ich Ihnen erläutern.
Im Rahmen des Aktionsjahres «Demenzfreundliche Gemeinde» fanden im Jahr 2024 diverse Aktivitäten statt. Beim jährlichen Ärztetreffen im Juni fand ein Austausch mit Alzheimer Thurgau zum Thema Demenz statt. Im Oktober wurde die Ausstellung «Bild und Text zum Vergessen» im Regionalen Pflegeheim eröffnet.
Der Verein «OASE – Tagesstätten für Menschen mit Demenz» hat die Tagesstätte Romanshorn per Ende November 2024 geschlossen. Die Schliessung beziehungsweise die Zusammenlegung mit der Tagesstätte Amriswil erfolgte aus strukturellen und wirtschaftlichen Gründen. Trotz aller Bemühungen konnte der Erhalt der Tagesstätte in Romanshorn nicht sichergestellt werden. Erfreulich war hingegen, dass Alzheimer Thurgau in Romanshorn eine Memory-Gruppe startete. Als zweiter Standort im Kanton können nun wichtige Trainingsformen vor Ort stattfinden.
Regionales Pflegeheim
Mahlzeitendienst
Im Januar 2024 übernahm das Regionale Pflegeheim vollständig die Organisation des Mahlzeitendienstes, nachdem bereits die Zubereitung in unsere Hände gelegt wurde. Dank der wertvollen Unterstützung des Gemeinnützigen Frauenvereins und der Frauengemeinschaft Romanshorn konnte der Übergang reibungslos gestaltet und die Verpflegung weiterhin auf hohem Niveau sichergestellt werden. Die Einsatzplanung der freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer blieb bei Roman Müller. Das Sekretariatsteam übernahm die Koordination, den Telefondienst und die Aufnahme neuer Mahlzeitenempfangenden. Der Mahlzeitendienst wird täglich von 28 bis 50 Personen in Anspruch genommen und stellt für viele Beziehende den einzigen sozialen Kontakt dar. Er trägt zudem dazu bei, eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen und so ein längeres Leben im eigenen Zuhause zu fördern.
Personelle Veränderungen im Führungsteam
Im Führungsteam der Institution gab es im Jahr 2024 einige wichtige personelle Veränderungen. Im Mai wurde die Co-Leitung des Verpflegungsteams durch Roger Raschle verstärkt, um die Prozesse in der Verpflegung zu optimieren und den reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Im August trat Janine Bänziger die Nachfolge in der Co-Leitung Hauswirtschaft an und meistert seither ihre Aufgabe mit grossem Engagement. Sie setzte das Projekt Hauswirtschaft auf den Wohngruppen fort und unterstützte das Team tatkräftig. Der langjährige Leiter Pflege und Betreuung (LPB) verliess die Institution, um eine neue Geschäftsleiterstelle anzutreten. Monika Kreis übernahm in der Folge die Leitung des Pflegedienstes.
Fokus auf ein mitarbeiterfreundliches Arbeitsumfeld
Da das Ziel, krankheitsbedingte Ausfälle beim Personal deutlich zu senken, nicht erreicht wurde, musste weiterhin ein externes Springerteam zur kurzfristigen Entlastung eingesetzt werden. Im kommenden Jahr wird der Fokus darauf liegen, ein mitarbeiterorientiertes Arbeitsumfeld zu schaffen, um die Arbeitsbedingungen langfristig zu verbessern.
Ausbildung und Pflegekonzepte
Die Pflegekonzepte wurden mit Unterstützung einer externen Pflegeexpertin überarbeitet, um den aktuellen Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner gerecht zu werden. Die Bildungsverantwortliche Pflege HF unterstützte die Teams mit internen Schulungen.
Obwohl das vom Regierungsrat geforderte Soll an diplomierten Pflegefachpersonen HF noch nicht erreicht wird, sind wir stolz darauf, dass wir eine Mitarbeiterin aus den eigenen Reihen in die verkürzte Weiterbildung zur diplomierten Pflege HF begleitet haben (in Kooperation mit der Spitex Region Romanshorn).
Investitionen
Ende April wurde eine Photovoltaikanlage installiert, die bis in den späten Herbst etwa ein Drittel des benötigten Stroms produzierte. Mit 97 % Eigenverbrauch ist die Anlage eine lohnende Investition und trägt zur Reduzierung der Energiekosten bei. Im Jahr 2024 wurden weitere Investitionen bewusst zurückhaltend vorgenommen, da im Jahr 2025 die betriebliche Raumgestaltung in Angriff genommen wird.
Dank
Die hohe Auslastung der Betten und der Pflegeschlüssel trugen zu einem positiven Betriebsjahr bei. Die Bewohnenden schätzen die individuelle Pflege und Betreuung sowie die Aktivitäten des Aktivierungsteams. Im Namen der Betriebskommission und der Institutionsleitung bedanken wir uns herzlich für den unermüdlichen und wertvollen Einsatz der gesamten Belegschaft, die stets bereit ist, Herausforderungen anzugehen. Unser Dank gilt auch den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie ihren Angehörigen für das entgegengebrachte Vertrauen.
Gesellschaft

Celina Hug, glp
seit 25. September 2022 im Amt
Förderung von Kindern, Jugendlichen und Familien
Im Jahr 2024 wurden bewährte Angebote in der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit erfolgreich fortgeführt. Besonders hervorzuheben sind die offenen Turnhallen in den Wintermonaten, das Nightsport-Programm und die Strassenfussball-Angebote, die nicht nur sportliche Aktivitäten ermöglichen, sondern auch einen integrativen Charakter haben. Diese Angebote fördern den sozialen Zusammenhalt und ermöglichen Kindern und Jugendlichen einen niederschwelligen Zugang zu Bewegung und Gemeinschaft.
Ein besonderes Highlight war die generationenübergreifende Spielstrasse im September, die bei schönem Wetter beim Regionalen Pflegeheim stattfand. Sie bot zahlreichen Gästen die Möglichkeit, sich spielerisch zu begegnen. Besonders erfreulich war die grosse Beteiligung von Anbietern der Frühen Förderung, die sich aktiv einbrachten. Die Veranstaltung wurde von vielen Familien sowie Seniorinnen und Senioren besucht und erwies sich als gelungenes generationenübergreifendes Erlebnis.
Herausforderungen und Entwicklungen in der Jugendarbeit
Die Jugendarbeit stand im Jahr 2024 vor einer besonderen Herausforderung: Aufgrund interner Veränderungen und des Fachkräftemangels musste der Jugendraum im November und Dezember vorübergehend geschlossen werden. Diese Phase wurde aktiv genutzt, um neue Ansätze zur Weiterentwicklung zu erarbeiten. Das neue Team, das ab Anfang 2025 wieder vollständig ist, verfolgt weiterhin das Ziel, einen attraktiven und sicheren Raum für junge Menschen zu schaffen, in dem sie sich entfalten und ihre Freizeit sinnvoll gestalten können.
Einsamkeit im Alter – Bewusstsein schaffen und Teilhabe fördern
Unter dem Patronat der Kommission für Altersfragen fand in diesem Jahr ein Seniorentheater zum wichtigen Thema Einsamkeit im Alter statt. Das Theaterstück, basierend auf realen Geschichten, zeigte eindrücklich, mit welchen Herausforderungen viele ältere Menschen konfrontiert sind. Authentische Szenen veranschaulichten nicht nur die schleichende soziale Isolation, sondern auch die Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen. Nach der Aufführung entstand eine moderierte Diskussion mit reger Beteiligung, bei der Zuschauerinnen und Zuschauer ihre eigenen Erfahrungen austauschen konnten. In der offenen Gesprächsrunde wurden verschiedene Sichtweisen und Lösungsansätze beleuchtet. Dabei wurde deutlich, dass Einsamkeit im Alter viele Ursachen haben kann – sei es der Verlust nahestehender Personen, gesundheitliche Einschränkungen oder mangelnde soziale Kontakte. Die Veranstaltung stiess auf grosses Interesse und machte deutlich, wie wichtig gezielte Angebote zur sozialen Teilhabe sind, um Vereinsamung frühzeitig entgegenzuwirken.
Neue Wege in der Integrationsförderung
Im Jahr 2024 wurde als Pilotprojekt ein neues Subventionsmodell für Deutsch-Integrationskurse eingeführt. Teilnehmende können nun Sprachkurse bei verschiedenen Anbietern besuchen, wodurch das Angebot flexibler und individueller nutzbar ist. Gefördert werden Kurse von der Alphabetisierung bis zum B1-Niveau, inklusive Online-Kursen. Auch die Betreuung von Vorschulkindern während der Kurse wird anteilig unterstützt, um möglichst vielen Interessierten eine Teilnahme zu ermöglichen, welche den Subventionsbedingungen gerecht werden.
Die Subventionierung richtet sich nach dem Kursniveau sowie den individuellen Voraussetzungen der Teilnehmenden. Das neue Modell erleichtert nicht nur den Zugang zur deutschen Sprache, sondern ermöglicht auch eine bessere Anpassung an die individuellen Bedürfnisse der Lernenden. Durch die flexiblere Kurswahl und die finanzielle Unterstützung wird ein wichtiger Beitrag zur Integration in Beruf, Nachbarschaft und Gesellschaft geleistet.
Ordnung und Sicherheit

Roman Imhof, Die Mitte
seit 1. Juni 2019 im Amt
Im Oktober 2024 hat Stadtrat Roman Imhof das zuvor von Roger Martin interimistisch geleitete Ressort Ordnung und Sicherheit übernommen.
Um Sicherheit zu «produzieren», trugen auch im vergangenen Jahr – neben unserem Freund und Helfer, der Kantonspolizei Thurgau – diverse Miliz- und Freiwilligenorganisationen einen grossen Teil zum Schutz der Romanshorner Bevölkerung bei.
Jugendfeuerwehr Oberthurgau
Eine Organisation, welche nicht direkt «produktiv» ist, aber für die Feuerwehren in der Region Menschen rekrutiert und ausbildet, ist die Jugendfeuerwehr Oberthurgau mit Hauptsitz in Romanshorn. Unter der Führung von Sandra Gasser wurden wiederum fast 30 Jugendliche aus der Region mit einem abwechslungsreichen Jahresprogramm ans Feuerwehrhandwerk herangeführt. Ein Höhepunkt war sicherlich die in Romanshorn durchgeführte Schweizermeisterschaft. 28 Mannschaften aus der ganzen Schweiz haben sich in diversen Wettkämpfen gemessen. Unsere beiden Oberthurgauer Mannschaften beendeten den Wettkampf im Mittelfeld.
Regionale Führungsstab Oberthurgau
Stromversorgungssicherheit, Störfall in einem Atomkraftwerk, Erdbeben, afrikanische Schweinepest… mit solchen und anderen, für die Bevölkerung ausserordentlichen Ereignissen befasste sich der Regionale Führungsstab Oberthurgau auch im vergangenen Jahr. Die Eintrittswahrscheinlichkeit und das mögliche Schadensausmass werden regelmässig beurteilt und mögliche Szenarien geübt. Erkenntnisse werden dann in die Notfallpläne eingearbeitet. So wurde beispielsweise nach einer Evaluierung der Bahnhof Romanshorn als «Hub-Bahnhof» bestimmt, sollten Personen aus anderen Landesteilen in den Oberthurgau kommen und auf Notunterkünfte verteilt werden müssen.
Zivilschutz
Ein wichtiges Mittel für die Ereignisbewältigung und somit für den Schutz der Bevölkerung ist sicherlich auch der Zivilschutz. Die Romanshorner Zivilschutzanlage in der Kantonsschule Romanshorn diente auch im vergangenen Jahr als Dreh- und Angelpunkt für diverse WKs, für die Hochwasser-Einsätze im Juni und für die Unterstützung am Thurgauer Kantonalturnfest.
Sicherheitsfirma A.T.S
Die in Romanshorn ansässige Sicherheitsfirma A.T.S. patrouilliert seit dem 1. Januar 2024 in unseren Strassen. Sie rapportieren alle Einsätze und sind mit dem Amt für Sicherheit in regelmässigem Austausch. Mehrfach musste der Ordnungsdienst die Polizei aufbieten, da die sicherheitsrelevante Situation es erforderte. Zusätzlich führte A.T.S. im Berichtsjahr die monatlichen Nachtparkierungskontrollen durch.
Amt für Sicherheit
Zu Jahresbeginn stellte das Amt für Sicherheit das städtische Sicherheitskonzept vor, welches zuvor bei den Körperschaften von Schulen, Kirchen sowie bei der Bahn- und Kantonalpolizei in Vernehmlassung war. Im Berichtsjahr konnte die Beschaffung von Defibrillatoren an allen Verwaltungsstandorten abgeschlossen werden. Standorte und Zugänglichkeit finden sich auf der Seite www.defikarte.ch.
Schiessanlagen Monrüti und Almensberg
Während die Sanierung der Kugelfänge unserer Schiessanlagen Monrüti Ende 2024 begonnen haben, wird auf der regionalen Schiessanlage Almensberg noch regelmässig geschossen. Im Berichtsjahr wurden diverse Investitionen getätigt. So wurde zum Beispiel auf dem 10-Meter-Stand die Beleuchtung auf LED umgestellt und im Februar die PV-Anlage in Betrieb genommen.
Stützpunktfeuerwehr
Unsere Stützpunktfeuerwehr konnte im vergangenen Jahr einen leichten Anstieg der AdF auf 92 verzeichnen. Letztere absolvierten fast 150 Kurstage und leisteten über 3’500 Übungsstunden.
Mit 62 Einsätzen waren die Freiwilligen der Feuerwehr marginal mehr unterwegs als im Vorjahr. Das bemerkenswerteste Ereignis war der Starkregen am 12. Juli. Innert kürzester Zeit wurden 32 Alarmierungen registriert. Im Oktober unterstützte die Feuerwehr Romanshorn die Feuerwehr von Dozwil-Kesswil-Uttwil in Uttwil beim grössten Brandereignis im Berichtsjahr. Der Brand verursachte erheblichen Sachschaden, aber glücklicherweise keinen Personenschaden. Im Feuerwehrdepot wurden diverse bauliche Anpassungen getätigt, um möglichst optimale Bedingungen für die Einsatzkräfte zu schaffen. Sie werden voraussichtlich im Frühjahr 2025 abgeschlossen sein.
Schweizermeisterschaft Jugendfeuerwehr in Romanshorn – Team Oberthurgau.
Autodrehleiter (ADL) Fahrschule im Forster Campus mit dem Einsatzleiter-Fahrzeug im neuen kantonalen Erscheinungsbild der Gebäudeversicherung.
Zivilschutz-Erstellung eines Lagebildes.
Bild: Symbolbild – Oberthurgauer News (red)












